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VISCHER, G.M.: Archiducatus Austriae Inferioris Geographica, et Noviter Emendata Accuratissima Descriptio. Wien, 1697. Kupferstichkarte von Jakob Hoffmann und Jakob Hermundt nach G.M. Vischer, gedruckt von 20 Platten (16 Blatt Karte, 4 Blatt Register), Bildausschnitt je 29,5 x 43,5 cm, Blattgr. 39 x 54 cm, zusammen ca. 150 x 174 cm (mit Index).

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König, Mappae Austriae Inferioris, 21; Despriptio Austriae p. 128; Austria Picta p. 56; Lexikon zur Geschichte der Kartographie p. 530 (zu Georg Matthäus Vischer siehe p. 860). Nachdem Vischer 1667 von den oberösterreichischen Ständen den Auftrag für eine Landesaufnahme erhalten und 1669 mit „Archiducatus Austriae superioris geographica descriptio“ (gestochen vom Augsburger Melchior Küsell) erfolgreich abgeschlossen hatte, wurde er an den Wiener Hof und die niederösterreichischen Stände empfohlen. So erhielt er am 12. April 1669 den Auftrag für eine Karte von Niederösterreich, die bereits 1670 erschien, abermals gestochen von Melchior Küsell. „Inhaltlich ist die Karte gegenüber allen Vorläufern, die durchwegs auf Lazius zurückgehen, ein gewaltiger Fortschritt. Das Flußsystem kommt der Wirklichkeit sehr nahe, bemerkenswert ist vor allem die Darstellung der Donauarme und Auwälder bei Wien. Für die Geländewiedergabe wird wie bei der Oberösterreich-Karte die perspektivische Zeichnung herangezogen. Besonders reich ist die Karte an Siedlungsnamen, wobei nach Größe und Bedeutung unterschieden wird. Die wichtigsten Orte zeigen kleine Aufrissdarstellungen. Wiedergegeben sind auch Poststraßen und Poststationen sowie die Grenzen des Landes und der vier Viertel.“ (Descriptio Austriae); hier vorliegend in der 1697, ein Jahr nach Vischers Tod, herausgegebenen zweiten Ausgabe. „Bei dieser Ausgabe wurden befremdlicherweise die Namen von Georg Matthäus Vischer und Melchior Küsel von der Platte entfernt und durch die Namen Jacob Hoffmann und Jacob Hermundt ersetzt, obwohl die beiden ihre Verbesserungen nach Vischers eigenhändigen Korrekturen vorgenommen hatten.“ (ebenda); neben einigen inhaltlichen Verbesserungen wurden in der zweiten Ausgabe auch zwei Kartuschen geändert, diese zeigen nun: oben rechts eine Ansicht der Wiener Hofburg mit vier Porträtmedaillons (Kaiser Leopold I. und seine dritte Gemahlin Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg sowie die deren Kinder, die späteren Kaiser Joseph I. und Karl VI.), oben links Ansicht des Donautals mit Klosterneuburg, Langenzersdorf, Korneuburg und Bisamberg im Vordergrund, unten links das niederösterreichische Wappen und der österreichischen Bindenschild mit dem Erzherzogshut, unten rechts die Wappen des niederösterreichischen General-Landobristen Graf Otto Ehrenreich von Abensperg und Traun und anderer Mitglieder der niederösterreichischen Verordnetenkammer sowie unten mittig eine Darstellung von G.M. Vischer selbst mit einem Gehilfen bei Vermessungsarbeiten; in Summe von ausgezeichneter Erhaltung, guter, gleichmäßiger Druck, breitrandig, lediglich gering fleckig, Blatt 6 mit einem Druckfehler (im unteren Bereich etwas unscharf durch eine leicht verschobene Druckplatte), mit den gestochenen Indexblättern in Summe 20 Blatt, nicht zusammen gesetzt.

Siehe auch unsere Neuzugänge im Januar.

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