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LUBIN, Eilhard: Nova illustrissimi principatus Pomeraniae descriptio cum adjuncta principum genealogia et principum veris et potiorum urbium imaginibus et Nobilium insignibus. Hamburg, 1758. Altkolorierter Kupferstich von Nicolaes van Geelkercken nach Eilhard Lubin von 12 Platten, Bildausschnitt je 41,5 x 54 cm, zusammen 124,5 x 215 cm, Blattgr. je 51,5 x 62,5 cm.

verkauft/sold

Szymczak und Kupisinski, Editionen der Großen Pommernkarte von Eilhardus Lubinus, in Pommern 3/2010 p. 19-22; Haas, Die große Libinsche Karte von Pommern, Stettin 1926; Timann/Bott, Von Stettin bis Breslau, 522; Ausstellungskatalog der Sammlung Niewodniczanski in Stettin 1998, Nr. 15; Oelrichs zuverläßige Historisch-geographische Nachrichten vom Herzogthum Pommern und Fürstenthum Rügen, Abt 3: Historisch-kritische Beschreibung der Lubinischen ausserordentlich grossen, und gar merkwürdigen Land-Charte von Pommern (p. 61ff); Kartensammlung Moll, Sig. Moll-0005.153.01-12. Die wichtigste Karte von Pommern die jemals gedruckt wurde; Eilhard Lübben, latinisiert Lubin, auch Lubinus (1565-1621) war Professor erst der Poesie dann der Theologie an der Universität Rostock. Erste Karthografische Meriten verdiente er sich mit der 1609 erschienen Karte von Rügen. Kurze Zeit später, 1610, gaben Herzog Philipp II von Pommern-Stettin und Philipp Julius von Pommern-Wolgast Lubin den Auftrag eine Karte des gesamten Herzogtums zu erstellen; nach umfangreichen Vorarbeiten durchreiste Lubinus von August bis Oktober 1612 Pommern und führte die Vermessung des Landes durch. Der Plan die Karte mit in Summe 49 Städteveduten und 335 Familienwappen des pommerschen Adels zu umgeben, verzögerte den Druck der Karte erheblich, da einerseits zahlreiche Ansichten erst gefertigt werden mussten (der Antwerpener Maler Johann Wolfhart wurde von Philipp II. damit beauftragt, die hinterpommerschen Stadtveduten zu erstellen) und anderseits die Adeligen ihre Wappen trotz mehrfacher Mahnung nicht oder nur sehr schleppend weitergaben (so sind 21 Wappenschilde leer, da sie bis zur Fertigstellung der Druckplatten erfasst werden konnten). Die Exemplare der ersten Auflage der Karte, die auf maximal 20-30 Stück geschätzt wird (Oelrichs spricht von nur einem halben Dutzend), waren wohl größtenteils Belegexemplare, eine zweite Auflage, die 500 Exemplare umfassen sollte und für die Lubinus bereits das Papier bestellt hatte, kam wegen seines Todes im Jahre 1621 nicht mehr zustande. In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verliert sich die Spur der Druckplatten und sie konnten erst 1756 durch Oelrichs selbst („Diese fanden sich dort noch, nach einer Zeit von 130 Jahren, in dem Hause der verwittweten Bürgermeisterin Zandern auf dem Boden, unter andern alten Sachen, unbeschädigt;“ p. 67/68) wiederaufgefunden werden. So konnte 1758 eine zweite Ausgabe gedruckt werden, der weitere Verbleib der Platten ist ungeklärt. „Die Abzüge dieser Edition unterscheiden sich nach Haas von denen der ersten dadurch, dass sie aus festerem, gröberem Papier hergestellt und meist über die ganze Fläche illuminiert sind. Seiner Meinung nach war die Höhe dieser Auflage auch relativ niedrig.“ (Szymczak p. 20). Nach Timann/Bott stammen auch die grenzkolorierten Exemplare aus der 2. Ausgabe, da die „Grenzziehung von 1648 und 1720 markiert“ ist. Die die Karte umgebenen Ansichten sind oftmals die ersten Ortsansichten und zeigen die wichtigsten Städte Pommerns vor deren Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg (dargestellt sind von oben Mitte entgegen dem Uhrzeigersinn Stralsund, Greifswald, Wolgast, Treptow am Tollensee, Bergen (Rügen), Barth, Anklam, Triebsee, Demmin, Loitz, Franzburg, Gützkow, Grimmen, Usedom, Pasewalk, Ückermünde, Greifenhagen, Damgarten, Richtenberg, Bahn, Schlawe, Altdam, Zachan, Jakobshagen, Zanow, Leba, Gartz, Marienfliess, Bublitz, Körlin, Kolbatz, Friedrichswalde, Satzig, Rügenwalde, Greifenberg, Kammin, Wollin, Gollnow, Pyritz, Preptow, Belgard, Köslin, Neustettin, Bütow, Lauenburg, Stolpe, Kolberg, Stargard, und Stettin); oben mittig ist der Stammbaum der Greifen-Familie (157 Vornamen und Porträts der Herzöge) und links daneben der Stammbaum der 19 Vertreter der Rügen-Dynastie dargestellt. unten rechts fünf Porträts der 1617 lebenden Herzöge Philipp II., Philipp Julius, Ulrich I., Franz I. und Bogislaw XIV, darunter Wappen der einzelnen pommerschen Gebiete die zusammen das Wappen von Pommern bilden; unten links vermutlich ein Porträt von Lubin selbst, verbunden mit einer Darstellung seiner Vermessungsinstrumente sowie eine umfangreiche lateinischen Beschreibung Pommerns; von ausgezeichneter Erhaltung, in zwölf breitrandigen Einzelblättern jeweils mit dem Lilien-Wasserzeichen wie das Exemplar der Staatsbibliothek in Berlin (Szymczak Abb 4).

Siehe auch unsere Neuzugänge im April.

Engraved wall-map with original outline colouring from 12 plates, image size each 41,5 x 54 cm, overall size apr. 124,5 x 215 cm; paper size each 51,5 x 62,5 cm.

The most important and probably the rarest map of Pomerania ever printed. Eilhard Lübben, latin Lubin, or Lubinus (1565-1621) was Professor at the University of Rostock, his first map of the island of Rügen was published 1609. One year later , in 1610, he had been asked by Philipp II, Duke of Pomerania to create a large-scale map that would be a comprehensive geography and history of the duchy. In 1612, Lubin spent some months travelling throughout the country measuring hundreds of angles and distances, but had little geographical information to guide him. After the map had been completed, it was decorated with several (49) town views and the coat of arms of the noble families of Pomerania, which delayed the printing for several years. The views of the towns in Eastern Pomerania were made by Johann Wolfhart, a painter from Antwerp. In 1618 the Dutch engraver Nicolaes van Geelkercken engraved the copperplates in Amsterdam and a very small number of the sheets were printed. The numbers vary from less than 6 to a maximum of thirty whole maps in the first edition. They were mostly either printing proofs or presentation copies. A planed second edition, with about 500 copies was never printed due to the death of Lubin although the paper was already ordered. The plates disappeared in the Thirty Years‘ War and were rediscovered by the historian Johann Carl Conrad Oelrichs in 1756 in Stralsund. A unchanged second edition could be made from the original plates in 1758.
The map shows 49 town views on the border (many of them are shown here for the first time): Stralsund, Greifswald, Wolgast, Treptow am Tollensee, Bergen (Rügen), Barth, Anklam, Triebsee, Demmin, Loitz, Franzburg, Gützkow, Grimmen, Usedom, Pasewalk, Ückermünde, Greifenhagen, Damgarten, Richtenberg, Bahn, Schlawe, Altdam, Zachan, Jakobshagen, Zanow, Leba, Gartz, Marienfliess, Bublitz, Körlin, Kolbatz, Friedrichswalde, Satzig, Rügenwalde, Greifenberg, Kammin, Wollin, Gollnow, Pyritz, Preptow, Belgard, Köslin, Neustettin, Bütow, Lauenburg, Stolpe, Kolberg, Stargard, und Stettin; the family-tree of House of Griffins (dukes of Pomerania) with 157 names and small portraits, a small family tree of the house of Rügen, five larger portraits of living dukes of different parts of Pomerania (Philipp II., Philipp Julius, Ulrich I., Franz I. und Bogislaw XIV) and on the lower middle-left sheet probably the portrait of Lubin himself. „Lubben’s Pomerania remained the only map of consequence of the region from its inception in 1618 until the Prussian topographical survey of the eighteenth century. It is a landmark of cartography in the great Dutch tradition and known in only a handful of copies. This may be the finest example to have survived.“ (That’s what Sotheby’s wrote about their example sold in 2007 – see http://goo.gl/Ntcbiv, this copy is now for sale at Arader Gallery in NY – but they probably didn’t know this one); 12 loose sheets with good margins, very good impression, with centerfold as it was bound within a composite atlas, almost mint condition.

Schlagworte: Graphik, Landkarte, Polen, Pommern, Deutschland, Rügen, Wandkarte, Kupferstich

Bestellnummer: 14572

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